Die Ursachen für Berufsunfähigkeit

Bei Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit ist eine gute Vorsorge wichtig - sogar lebenswichtig. Erst recht, wenn Sie als Schüler oder Berufsstarter noch Ihr ganzes Berufsleben vor sich haben.
Die gesetzliche Absicherung ist unzureichend - und immer öfter beginnt Armut schon in jungen Jahren, mit dem Verlust der Arbeitskraft. Im schlimmsten Fall fehlen Ihnen auch im Rentenalter Ihre fehlenden Rentenversicherungsbeiträge und lassen Sie auch dann weiterhin in Armut leben. Deshalb schützen Sie Ihren Lebensunterhalt und damit Ihre Zukunft, als Schüler, Berufsstarter und auch als Berufskönner.

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen
Berufsunfähigkeit und die finanziellen Folgen sind keine Frage des Alters, Geschlechts oder des Berufs, sie können jeden treffen. Nach einer Statistik der gesetzlichen Rentenversicherungsträger muss jeder fünfte Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden, weil Körper oder Seele nicht mehr mitmachen. Meist trifft es Menschen im Alter zwischen 50 und 55 Jahren. Aber auch die Jüngeren sind nicht vor Berufsunfähigkeit gefeit.

Das Alter spielt dabei keine Rolle
Das durchschnittliche Rentenzugangsalter für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit lag im Jahr 2011 für Frauen bei 49,9 und für Männer bei 51,1 Jahren.
Dabei steigt die Anzahl jüngerer Menschen, die von einer Berufsunfähigkeit betroffen sind, kontinuierlich: Seit 1995 hat sich das durchschnittliche Alter zu Rentenbeginn um mehrere Jahre verjüngt. Bundesweit war 2011 mehr als jeder Dritte der Betroffenen noch keine 50 Jahre alt.

Das Risiko realistisch einschätzen
Unterschätzen Sie deshalb bitte nicht das Risiko, selbst berufsunfähig werden zu können. Nicht umsonst weisen Verbraucherschützer und Medien immer wieder darauf hin, dass die Berufsunfähigkeits-Versicherung neben der Privathaftpflicht-Versicherung die wichtigste Absicherung überhaupt ist.

Ihre Arbeitskraft ist Ihre Existenz
Das Risiko, aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden, besteht in jedem Job. Besonders gefährdet ist allerdings, wer körperlich oder seelisch stark belastende Tätigkeiten ausübt. So ist das Risiko, als Bauarbeiter, Feuerwehrmann oder Krankenpfleger – aber auch als Lehrer – vorzeitig berufsunfähig zu werden, besonders hoch. Auch kaufmännische Angestellte, Verwaltungsbeamte, Ärzte oder Architekten sind heute starken Belastungen ausgesetzt, die zu einer Berufsunfähigkeit führen können. Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer kann deshalb seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bis zum Rentenalter ausüben.

Hauptursache sind psychische Erkrankungen
Die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit lassen sich überwiegend unter einigen wenigen Hauptdiagnosen zusammenfassen. Besonders bemerkenswert: die Folgen von Unfällen spielen dabei statistisch keine Rolle. Die Krankheitsbilder, die den Erwerbsminderungsrenten zu Grunde liegen, haben sich im Laufe der letzten Jahre stark verändert. Waren früher noch Erkrankungen von Skelett, Muskeln oder Bindegewebe die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, so werden heute hauptsächlich Anträge auf Erwerbsminderung wegen psychischer Erkrankungen gestellt.

  • Psychische Erkrankungen sind mit 41 % die Hauptursache für Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit.
  • Von 1993 bis 2011 ist ihr Anteil an den Hauptdiagnosen um das 2,6-fache gestiegen.
  • Psychische Erkrankungen sind weitestgehend unabhängig vom ausgeübten Beruf und der Erwerbsbiographie. Sie können bereits in jungen Jahren auftreten – anders als beispielsweise Verschleißerscheinungen am Bewegungsapparat.

Für einen Angestellten mit sitzender Tätigkeit ist die Gefahr, den Beruf wegen einer psychischen Erkrankung nicht mehr ausüben zu können, somit tatsächlich viel höher als wegen eines Rückenleidens oder eines Unfalls.